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02
Juni
To be is what we are. We own the sky.
Leben ist eine subjektive, sich verändernde Sinusschwingung. So steht die vertikale Achse in positiver Richtung als Variable für ein beliebig gutes Erlebnis; negiert im selben Ausmaß im negativen Bereich. Und die horizontale Achse für Delta-t, eine unbestimmte Zeitspanne. Mich verblüfft der Gedanke, dass diese Sinusschwingung eines Lebens, mit der Sinusschwingung eines menschlichen Herzen manchmal sehr ähnlich verläuft, vorausgesetzt wie bei einem gesunden Herzschlag, dass auch das Leben gesund verläuft. ![]() Betrachte ich nun einige EKG-Ableitungen, so würde ich den Status meines Lebens, mit der Sinusschwingung eines alten Herzinfarktes identifizieren. Eine nicht so schöne Sinusschwingung wie bei einem gesunden Herzen, da es mit einer Vorgeschichte belastet ist. Mit anderen Worten - eine Zeit lang rennt es okay bis gut, dann kommt eine rapide Rezession, eine kurze Depression, dann eine ebenso rapide Konjunktion bis man wieder am Ausgang ist. Zwischendurch noch ein kleines Hoch, aber das war es und es beginnt von vorne. Wie bekomme ich kommenden Dienstag den Arzt der Gebietskrankenkasse dazu mich weiterhin krank zu schreiben? Es war dank überzeugendem schauspielerischen Talent relativ einfach, den ersten Arzt zu blenden und dadurch meinen Schlachtplan gegen eine äusserst böswillige Firma einzuleiten. Alles in der Hoffnung gekündigt zu werden. Sollte aber am Dienstag der Arzt zu Gunsten der Firma entscheiden, habe ich ein weiteres Problem und somit äusserst schlechte Karten in der Hand. Zugleich habe ich mit der Depression meiner Sinusschwingung zu kämpfen. Nach fast einem Jahr an Abstinenz, haben mich nicht die Umstände, sondern mein Wille nach destruktiver Selbstzerstörung dazu gebracht, wieder mit dem Konsum von Tabak zu beginnen. Auch wenn höheres Bewusstsein, also höher als das Potential der Sucht, vorhanden ist. Die Hintergründe meines Handelns sind mir unbekannt und ich hinterfrage sie nicht. Vielleicht gehört eine Sucht zu einer Depression, und vielleicht ist mein Tun mit der Bekämpfung und dem kommenden Sieg über die Sucht begründet. Quasi, wenn ich es gebacken bekomme meinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, dann richtig und mit allen Umständen. Im Gegensatz zu den wirklich depressiven Jahren zuvor, ist nichtmal ein belächelnder Gedanke des Suizids vorhanden. Ja nichtmal das Gefühl depressiv zu sein, denn erstens weiß Gott alleine welchen Menschen es wirklich dreckig geht, und zweitens ist mir dieses Sinusspiel schon so langweilig und durchsichtig geworden, so das ich mir bewusst bin, allein durch mein Handeln und etwas Ausdauer wieder eine Hochkonjunktur einleiten zu können.
genial
Ich lese so gerne deinen Blog.
Besonders dieser Eintrag hat es mir angetan. Der Vergleich mit der Sinusschwingung - ein Traum! Und überhaupt, ich liebe deine Wortwahl, man ließt deine Zeilen gerne du machst neugierig und regst zum Denken an. In einigen Dinge hast du mir sogar die Augen geöffnet. - Danke dafür. To be is what we are - We own the sky. |